Kopfkompost

Der kritische Fußballfan

Jul 03, 2014

Ey findet ihr nicht auch die Schiedsrichter bei dieser WM ganz schön viel Mist machen? Ich habe mir dazu mal ein paar Gedanken gemacht:

Die WM 2014, sie ist einzigartig. Einzigartig in so vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel hat es im Vorhinein eine Kritik an der FIFA gegeben wie nie zuvor. Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Wirtschaftsinteressen einer non- profit Organisation werfen ein schlechtes Licht auf die konkurrenzlosen Organisatoren einer Fußballweltmeisterschaft. Es wurden viele Fragen berechtigt gestellt, doch im großen und ganzen entspricht das Resultat wohl dem „Sausage Principle“, welches John Oliver in seinem Video so schön darlegt, „I don’t want to know what it’s made of!“. Andere wollen es dann doch genauer Wissen. Die Zeit fordert zum Beispiel vor der WM sogar zu einem Lifestyle- Wandel auf: „Konsumenten und Gebührenzahler haben Macht: Trinkt andere Getränke! Tragt andere Klamotten! Fahrt andere Autos! Verlangt etwas für eure TV-Gebühren! Noch ist das Spiel nicht verloren!“.

Klingt erst mal ganz schön krass, aber wie im selben Artikel beschrieben wird, scheint es die Sponsoren nicht großartig zu stören, dass das aufkommende schlechte Image der FIFA auf sie übergehen könnte, sind die Reaktionen wohl eher der Form halber und ziehen keine nennenswerten Untersuchungen nach sich.

Warum ist das so? Ganz einfach, die Hochglanz- WM , die wir bisher zu Gesicht bekommen haben ist gelungen, großes Kino, alles neu, viel Blingbling, über ein schlechtes Image müssen sich die Sponsoren wohl kaum noch Sorgen machen. Und die eingangs aufkommende Kritik? Sie scheint wie vergessen… Ab und zu hört man noch von Flitzern und indigenen Kindern, die die FIFA aus ihrer Übertragung schneidet. Es sind aber leider nur Gesprächsbeiträge die noch auf abflachende Kritikwelle mit reiten.

Der Fußball soll jetzt im Vordergrund stehen! Zurecht, denn wer das Spektakel wie organisiert, das ist für mich als Fußballfan während des Turnieres eher zweitrangig und das ich mir dann von der FIFA den Spaß am Spiel nehmen lasse, nein Danke.Diejenigen die sich jetzt noch ernsthaft aufregen und sagen sie gucken die Spiele nicht sind die, die sie eh nicht geguckt hätten und keine Ahnung vom Fußball haben.

Das kommt der FIFA natürlich alles sehr gelegen.Für die Fußballfans und Sponsoren sollte jetzt eigentlich auch alles OK sein, wäre da nicht diese wirklich mangelhafte Leistung einiger Schiedsrichter, einiger FIFA- Schiedsrichter wohl gemerkt. Es ist also an der Zeit ein paar Fragen zu stellen:

Warum pfeift ein Schiedsrichter das Eröffnungsspiel, der nicht mal in den Top 20 der Weltrangliste ist das Spiel zu Gunsten der Gastgeber? Ein Buchmacher schreibt vor dem Ausgang eines Spiels das exakte Resultat an den Spiegel? Haben die Leistung der Schiedsrichter in diversen Spielen (you name it!) dazu geführt, dass das Viertelfinale nicht SO aussieht: Kamerun:Mexiko, Nigeria: Ecuador, Ghana: Algerien, Elfenbeinküste: Costa Rica. Nein, natürlich nicht! Aber trotzdem sollten wir uns die hypothetische Frage stellen, was wäre wenn? Gründe genug gibt es ja. Was würde das für die Einschaltquoten bedeuten? Was würde das für die Sponsoren bedeuten, deren Zielgruppe mit Sicherheit nicht die oben genannten Länder sind? Die FIFA bricht Menschenrechte um ihren Sponsoren eine Hochglanz- WM zu liefern und eigene wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Warum sollten sie dann davor halt machen die Spiele ein Bisschen in ihrem Interesse ausgehen zu lassen?

Aber zu glauben damit durchzukommen den deutschen Fußballfans in ihrem Lieblingssport etwas vorzumachen? Wenn sie sich damit mal nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Panda

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